Wann ist eine Sanierung statt einer Nachrüstung nötig?

Hinweis

Die Anforderungen können je nach Bundesland, Landkreis, Gemeinde, Einleitstelle und Standort unterschiedlich sein. Verbindlich sind immer die Vorgaben der zuständigen Unteren Wasserbehörde, der jeweiligen Satzung, der wasserrechtlichen Erlaubnis und der technischen Unterlagen zur jeweiligen Anlage.


Einleitung

Eine Nachrüstung ist nur dann sinnvoll, wenn der vorhandene Klärbehälter technisch geeignet ist. Ist der Behälter beschädigt, undicht, nicht standsicher oder baulich ungeeignet, reicht der Einbau neuer Klärtechnik allein nicht aus.

In solchen Fällen muss geprüft werden, ob eine Sanierung möglich ist oder ob der Behälter ersetzt werden sollte.

Sanierung bedeutet: Der vorhandene Behälter wird baulich instand gesetzt, damit er wieder dauerhaft dicht, standsicher und für den Betrieb einer Kleinkläranlage geeignet ist.


Wann reicht eine Nachrüstung nicht aus?

Eine reine Nachrüstung reicht nicht aus, wenn der vorhandene Behälter die grundlegenden Anforderungen nicht erfüllt.

Problematisch sind zum Beispiel:

→ undichte Behälter
→ sichtbare Risse oder Schäden
→ beschädigte Rohranschlüsse
→ fehlende Standsicherheit
→ unzureichendes Nutzvolumen
→ ungeeignete Kammeraufteilung
→ gemauerte oder baulich veraltete Gruben
→ fehlende Zugänglichkeit
→ unzulässige Überbauung
→ Lage innerhalb von Gebäuden, Garagen oder Schuppen

Wenn solche Punkte vorliegen, muss der Behälter vor einer Nachrüstung genauer geprüft werden.


Was wird bei einer Sanierung geprüft?

Vor einer Sanierung sollte der Zustand des vorhandenen Behälters fachkundig bewertet werden.

Geprüft werden können:

→ Bauart des Behälters
→ baulicher Zustand
→ Risse, Undichtigkeiten oder Schäden
→ Wasserdichtheit
→ Standsicherheit
→ Dauerhaftigkeit
→ Rohranschlüsse
→ Kammeraufteilung
→ vorhandenes Nutzvolumen
→ Zugänglichkeit für Einbau und Wartung
→ Eignung für die geplante Klärtechnik

Erst danach lässt sich beurteilen, ob eine Sanierung technisch sinnvoll ist.


Welche Sanierungsmaßnahmen können erforderlich sein?

Je nach Zustand des Behälters können unterschiedliche Maßnahmen notwendig werden.

Möglich sind zum Beispiel:

→ Abdichtung des Behälters
→ Instandsetzung von Rissen
→ Sanierung von Rohranschlüssen
→ Wiederherstellung der Wasserdichtheit
→ Anpassung von Durchtrittsöffnungen
→ bauliche Ertüchtigung einzelner Bereiche
→ Verbesserung der Zugänglichkeit
→ Austausch beschädigter Bauteile
→ Vorbereitung für den Einbau eines Nachrüstsatzes

Wichtig ist: Sanierungsmaßnahmen müssen zur geplanten Nachrüstung passen und dürfen die Standsicherheit oder Funktion des Behälters nicht beeinträchtigen.


Wann ist ein neuer Behälter sinnvoller?

Nicht jede Sanierung ist wirtschaftlich oder technisch sinnvoll. Wenn der vorhandene Behälter erhebliche Mängel hat, kann ein neuer Behälter die bessere Lösung sein.

Ein neuer Behälter kann sinnvoll sein bei:

→ starken baulichen Schäden
→ wiederkehrenden Undichtigkeiten
→ fehlender Standsicherheit
→ zu geringem Nutzvolumen
→ ungeeigneter Kammeraufteilung
→ sehr schlechter Zugänglichkeit
→ hoher Sanierungskosten
→ unklarer Dauerhaftigkeit nach Sanierung
→ Anforderungen, die mit dem alten Behälter nicht sicher erfüllt werden können

Die Entscheidung hängt vom Zustand des Behälters, den Kosten, den behördlichen Vorgaben und der langfristigen Betriebssicherheit ab.


Welche Rolle spielt die Dichtheitsprüfung?

Die Dichtheitsprüfung ist ein zentraler Punkt bei Sanierung und Nachrüstung. Ein Behälter muss dauerhaft dicht sein, damit kein ungereinigtes Abwasser austritt und kein Fremdwasser eindringt.

Undichtigkeiten können dazu führen, dass:

→ Abwasser in den Boden gelangt
→ Grundwasser oder Schichtenwasser eindringt
→ die Anlage hydraulisch überlastet wird
→ die Reinigungsleistung gestört wird
→ Schlammstände verfälscht werden
→ behördliche Anforderungen nicht erfüllt werden

Nach Sanierungsmaßnahmen sollte die Dichtheit fachgerecht geprüft und dokumentiert werden.


Warum ist das Nutzvolumen wichtig?

Auch ein dichter Behälter ist nicht automatisch geeignet. Das nutzbare Volumen muss zur geplanten Anlagengröße und zur Klärtechnik passen.

Zu prüfen sind:

→ Gesamtvolumen
→ Volumen der Vorklärung
→ Schlammspeicher
→ biologische Reinigungsstufe
→ Nachklärung
→ erforderliche Einwohnerwerte
→ Anforderungen des Nachrüstsatzes
→ spätere Wartung und Entschlammung

Wenn das Nutzvolumen nicht ausreicht, kann die Anlage überlastet werden. Dann ist eine Sanierung allein möglicherweise nicht ausreichend.


Wer entscheidet, ob Sanierung oder Neubau sinnvoll ist?

Die Entscheidung sollte nicht allein nach Bauchgefühl getroffen werden. Sinnvoll ist eine fachkundige Bewertung durch ein geeignetes Fachunternehmen oder einen qualifizierten Planer.

Bewertet werden sollten:

→ Zustand des Behälters
→ technische Machbarkeit
→ Sanierungskosten
→ Anforderungen der Nachrüstung
→ benötigte Ablaufklasse
→ behördliche Vorgaben
→ langfristige Betriebssicherheit
→ Wartungsfreundlichkeit
→ Restlebensdauer der vorhandenen Anlage

Wenn die Sanierung technisch unsicher oder wirtschaftlich fragwürdig ist, kann ein neuer Behälter die nachhaltigere Lösung sein.


Was sollte vor einer Sanierung geklärt werden?

Vor Beginn der Arbeiten sollten die technischen und behördlichen Rahmenbedingungen geklärt werden.

Wichtige Fragen sind:

→ Ist der vorhandene Behälter grundsätzlich geeignet?
→ Welche Schäden liegen vor?
→ Ist eine Dichtheitsprüfung erforderlich?
→ Reicht das vorhandene Nutzvolumen aus?
→ Welche Ablaufklasse wird gefordert?
→ Ist eine Nachrüstung nach der Sanierung möglich?
→ Welche Unterlagen verlangt die Behörde?
→ Muss ein Sanierungskonzept eingereicht werden?
→ Wer dokumentiert die Sanierung?

Eine Sanierung sollte immer so geplant werden, dass sie zur späteren Nutzung und zur geforderten Reinigungsleistung passt.


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Fazit

Eine Sanierung ist nötig, wenn der vorhandene Klärbehälter nicht ohne Weiteres für eine Nachrüstung geeignet ist.

Entscheidend sind Dichtheit, Standsicherheit, baulicher Zustand, Nutzvolumen, Zugänglichkeit und Eignung für die geplante Klärtechnik.

Wenn der vorhandene Behälter dauerhaft instand gesetzt werden kann, kann eine Sanierung die Grundlage für eine Nachrüstung schaffen. Bei schweren Schäden, zu geringem Volumen oder wirtschaftlich ungünstigem Aufwand kann ein neuer Behälter sinnvoller sein.

Damit ist Einbau & Sanierung mit drei Fragen sauber gefüllt.