Was darf nicht in eine Versickerungsanlage eingeleitet werden?

Hinweis

Die Anforderungen können je nach Bundesland, Landkreis, Gemeinde, Einleitstelle und Standort unterschiedlich sein. Verbindlich sind immer die Vorgaben der zuständigen Unteren Wasserbehörde, der jeweiligen Satzung, der wasserrechtlichen Erlaubnis und der technischen Unterlagen zur jeweiligen Anlage.


Einleitung

Eine Versickerungsanlage ist nicht dafür gedacht, beliebige Wassermengen aufzunehmen. Sie ist auf eine bestimmte Menge gereinigten Schmutzwassers ausgelegt.

Der Versickerungsanlage darf nur biologisch gereinigtes Schmutzwasser aus einer funktionierenden Kleinkläranlage zugeführt werden. Sie ersetzt keine Regenwasserversickerung, keine Drainage und keine Entsorgung für Sonderwässer.

Falsche Einleitungen können zu Rückstau, Vernässung, Verschlammung, Geruch, Überlastung oder Schäden an der Kleinkläranlage und der Versickerung führen.


Was darf grundsätzlich eingeleitet werden?

In eine Versickerungsanlage darf nur das Wasser eingeleitet werden, für das sie geplant und genehmigt wurde.

Das ist in der Regel:

→ biologisch gereinigtes häusliches Schmutzwasser
→ Abwasser aus einer funktionierenden Kleinkläranlage
→ Wasser aus der zugelassenen Einleitstrecke
→ die Menge, für die Anlage und Versickerung bemessen wurden

Die Versickerungsanlage selbst übernimmt keine eigentliche Abwasserreinigung. Die biologische Behandlung muss vorher in der Kleinkläranlage erfolgen.


Was darf nicht eingeleitet werden?

Nicht in die Versickerungsanlage gehören zusätzliche Wassermengen oder Stoffe, die nicht zur zugelassenen Nutzung gehören.

Nicht eingeleitet werden dürfen zum Beispiel:

→ Regenwasser
→ Dachflächenwasser
→ Hofflächenwasser
→ Drainagewasser
→ Oberflächenwasser
→ Wasser aus Schwimmbecken
→ Aquarienwasser in größeren Mengen
→ Wasser aus Fischzuchtanlagen
→ Milchkammerwasser
→ gewerbliches Abwasser ohne Prüfung
→ Fremdwasser
→ Schmutzwasser ohne biologische Vorbehandlung

Diese Einleitungen können die Anlage hydraulisch überlasten oder die Versickerungsfähigkeit beeinträchtigen.


Warum darf kein Regenwasser eingeleitet werden?

Regenwasser kann in kurzer Zeit sehr große Wassermengen verursachen. Eine Versickerungsanlage für Kleinkläranlagen ist aber auf gereinigtes Schmutzwasser ausgelegt, nicht auf Dachflächen oder Oberflächenwasser.

Regenwasser kann verursachen:

→ hydraulische Überlastung
→ Rückstau
→ Vernässung der Oberfläche
→ Verschlammung der Sickerbereiche
→ Überstau der Kleinkläranlage
→ schlechtere Reinigungsleistung
→ Schäden an Versickerung und Rohrleitungen

Regenwasser muss getrennt geplant und abgeleitet werden.


Warum darf kein Schwimmbeckenwasser eingeleitet werden?

Schwimmbecken enthalten oft mehrere tausend Liter Wasser. Diese Menge übersteigt die normale Auslegung einer Kleinkläranlage und ihrer Versickerung deutlich.

Problematisch sind:

→ sehr große Wassermengen in kurzer Zeit
→ mögliche chemische Zusätze
→ hydraulische Überlastung
→ Rückstau
→ Vernässung
→ Schäden an der Versickerungsanlage

Schwimmbeckenwasser sollte nicht über die Kleinkläranlage oder deren Versickerung entsorgt werden. Die zulässige Entsorgung sollte vor Ort mit der zuständigen Stelle geklärt werden.


Warum ist Fremdwasser problematisch?

Fremdwasser ist Wasser, das nicht als normales häusliches Schmutzwasser zur Kleinkläranlage gehört.

Dazu zählen zum Beispiel:

→ Regenwasser
→ Drainagewasser
→ Grundwasser
→ Schichtenwasser
→ Oberflächenwasser
→ Wasser aus undichten Leitungen
→ dauerhaft einlaufendes Fremdwasser

Fremdwasser kann die Anlage überlasten, weil es die Aufenthaltszeit des Abwassers verkürzt und die biologische Reinigung stört. Außerdem kann es die Versickerung dauerhaft vernässen oder überlasten.


Welche Stoffe dürfen nicht über die Hausinstallation eingeleitet werden?

Auch Stoffe, die über Toilette, Waschbecken oder Ablauf in die Kleinkläranlage gelangen, können später die Anlage und die Versickerung belasten.

Nicht geeignet sind zum Beispiel:

→ Feuchttücher
→ Hygieneartikel
→ Windeln
→ Wattestäbchen
→ Speisereste
→ Fette und Öle
→ Katzenstreu
→ Textilien
→ Farben und Lacke
→ Lösungsmittel
→ Medikamente
→ aggressive Reinigungsmittel
→ Desinfektionsmittel in größeren Mengen
→ Chemikalien

Solche Stoffe können Verstopfungen, Störungen der biologischen Reinigung, erhöhtes Schlammaufkommen oder auffälliges Ablaufwasser verursachen.


Was passiert bei falscher Einleitung?

Falsche Einleitungen können die Funktion der gesamten Anlage beeinträchtigen.

Mögliche Folgen sind:

→ Rückstau in Schächten oder Leitungen
→ Vernässung des Versickerungsbereichs
→ stehendes Wasser an der Oberfläche
→ Geruchsbildung
→ Verschlammung der Sickerbereiche
→ Überlastung der Kleinkläranlage
→ Schlammabtrieb
→ schlechtere Ablaufqualität
→ Schäden an Rohrleitungen oder Versickerung
→ behördliche Beanstandungen

Je nach Ursache kann eine Reinigung, Sanierung oder technische Prüfung erforderlich werden.


Was ist bei der Grundstücksentwässerung wichtig?

Schmutzwasser und Regenwasser sollten klar getrennt betrachtet werden.

Wichtig ist:

→ Dachflächenwasser nicht an die Kleinkläranlage anschließen
→ Hofflächenwasser separat ableiten
→ Drainagen nicht in die Kleinkläranlage führen
→ Regenwasserversickerung getrennt planen
→ Abstände zwischen verschiedenen Versickerungsanlagen beachten
→ keine Oberflächenentwässerung über die Versickerungsanlage leiten
→ keine Vernässung des Versickerungsbereichs verursachen

Wenn Regenwasser falsch angeschlossen ist, kann das die Kleinkläranlage und die Versickerung dauerhaft überfordern.


Warum darf die Versickerungsfläche nicht belastet werden?

Auch ohne falsche Einleitung kann die Versickerung beeinträchtigt werden, wenn der Bereich baulich oder mechanisch belastet wird.

Problematisch sind:

→ Überbauung
→ Parkplatznutzung
→ schwere Lagerflächen
→ Schwimmbecken
→ Teiche
→ starke Bodenverdichtung
→ Befahren mit Fahrzeugen
→ Huftiere im Versickerungsbereich
→ Wurzeleinwuchs durch Bäume oder Sträucher

Solche Belastungen können den Boden verdichten, die Sickerfähigkeit verringern oder Bauteile beschädigen.


Wie erkennt man eine Überlastung der Versickerung?

Eine überlastete oder beeinträchtigte Versickerung kann sich durch verschiedene Auffälligkeiten zeigen.

Typische Hinweise sind:

→ nasse Stellen im Bereich der Versickerung
→ stehendes Wasser
→ aufgeweichter Boden
→ Rückstau in Schächten
→ Gerüche im Außenbereich
→ langsamer Ablauf
→ wiederkehrende Störungen
→ auffälliges Ablaufwasser
→ Überstau nach Regen oder hoher Nutzung

Wenn solche Anzeichen auftreten, sollte geprüft werden, ob Fremdwasser, Regenwasser, Verschlammung, Verdichtung oder eine technische Störung vorliegt.


Was sollten Betreiber regelmäßig prüfen?

Betreiber sollten den Bereich der Versickerung regelmäßig beobachten.

Sinnvoll ist zu prüfen:

→ Ist die Fläche trocken und unauffällig?
→ Gibt es stehendes Wasser?
→ Sind Lüftungshauben frei?
→ Gibt es Gerüche?
→ Gibt es Rückstau in Schächten?
→ Sind Bäume oder Sträucher zu nah?
→ Wird der Bereich befahren oder belastet?
→ Ist Regenwasser sicher getrennt?
→ Wurde die Anlage regelmäßig gewartet?

Auffälligkeiten sollten dokumentiert und mit einem Fachbetrieb geklärt werden.


Was tun, wenn falsches Wasser eingeleitet wurde?

Wenn versehentlich Regenwasser, Fremdwasser oder eine große Wassermenge eingeleitet wurde, sollte die Situation beobachtet und bei Auffälligkeiten fachlich geprüft werden.

Sinnvoll ist:

→ Einleitung sofort stoppen, wenn möglich
→ Ursache der falschen Einleitung klären
→ Rückstau oder Vernässung prüfen
→ Steuerung und Anlage auf Störungen prüfen
→ Fachbetrieb informieren, wenn Auffälligkeiten auftreten
→ Betriebsbuch ergänzen
→ dauerhafte Fehlanschlüsse beseitigen lassen

Bei wiederkehrenden Problemen sollte die Grundstücksentwässerung fachkundig überprüft werden.


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Fazit

In eine Versickerungsanlage darf nur biologisch gereinigtes Schmutzwasser aus einer funktionierenden Kleinkläranlage eingeleitet werden.

Regenwasser, Drainagewasser, Oberflächenwasser, Schwimmbeckenwasser, Fremdwasser und ungeeignete Stoffe können die Anlage überlasten, verschlammen oder beschädigen.

Eine sichere Trennung von Schmutzwasser und Regenwasser, regelmäßige Kontrolle und fachgerechter Betrieb sind entscheidend, damit die Versickerung dauerhaft funktioniert.

Damit ist Versickerung & Einleitung auch sauber mit drei Fragen gefüllt.