Was ist eine Kleinkläranlage?

Hinweis

Die Anforderungen können je nach Bundesland, Landkreis, Gemeinde, Einleitstelle und Standort unterschiedlich sein. Verbindlich sind immer die Vorgaben der zuständigen Unteren Wasserbehörde, der jeweiligen Satzung, der wasserrechtlichen Erlaubnis und der technischen Unterlagen zur jeweiligen Anlage.


Einleitung

Eine Kleinkläranlage ist eine dezentrale Anlage zur Reinigung von häuslichem oder haushaltsähnlichem Abwasser.

Sie wird dort eingesetzt, wo ein Gebäude nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen ist und das Abwasser deshalb direkt vor Ort behandelt werden muss.

Das gereinigte Abwasser wird anschließend je nach Genehmigung in ein Gewässer, einen Graben, einen Vorfluter oder über eine Versickerung in den Untergrund eingeleitet.


Wann wird eine Kleinkläranlage eingesetzt?

Eine Kleinkläranlage kommt zum Einsatz, wenn kein Anschluss an das öffentliche Abwassernetz vorhanden oder wirtschaftlich sinnvoll herstellbar ist.

Typische Einsatzbereiche sind:

→ Wohnhäuser im Außenbereich
→ Ferienhäuser
→ Wochenendhäuser
→ landwirtschaftliche Gebäude
→ kleine Gewerbebetriebe
→ Gaststätten im Außenbereich
→ Jagdhütten
→ kleinere touristische Anlagen
→ abgelegene Grundstücke ohne Kanalanschluss

Die Anlage übernimmt dann die Aufgabe, das anfallende Schmutzwasser direkt am Grundstück zu reinigen.


Welches Abwasser wird behandelt?

Eine Kleinkläranlage behandelt in der Regel häusliches oder haushaltsähnliches Schmutzwasser.

Dazu gehört zum Beispiel Abwasser aus:

→ Toilette
→ Dusche
→ Badewanne
→ Waschbecken
→ Küche
→ Waschmaschine
→ haushaltsähnlicher Nutzung

Nicht geeignet sind dagegen Fremdwasser, Regenwasser, aggressive Chemikalien oder Stoffe, die die biologische Reinigung stören können.


Wie reinigt eine Kleinkläranlage das Abwasser?

Die Reinigung erfolgt in mehreren Stufen. Je nach Anlagentyp können Aufbau und Technik unterschiedlich sein, das Grundprinzip ist aber ähnlich.

Typische Reinigungsstufen sind:

→ mechanische Vorreinigung
→ biologische Reinigung
→ Nachklärung
→ Ableitung des gereinigten Wassers

In der mechanischen Vorreinigung setzen sich grobe Feststoffe und Schlamm ab. In der biologischen Reinigung bauen Mikroorganismen gelöste Schmutzstoffe ab. In der Nachklärung werden Schwebstoffe zurückgehalten, bevor das gereinigte Wasser die Anlage verlässt.


Was bedeutet vollbiologische Kleinkläranlage?

Eine vollbiologische Kleinkläranlage reinigt das Abwasser nicht nur mechanisch, sondern zusätzlich biologisch.

Dabei übernehmen Mikroorganismen die eigentliche Reinigungsarbeit. Sie bauen organische Bestandteile im Abwasser ab und sorgen dafür, dass das Wasser deutlich gereinigt wird.

Damit diese Mikroorganismen arbeiten können, benötigen sie:

→ geeignete Lebensbedingungen
→ Sauerstoff
→ ausreichend Kontakt mit dem Abwasser
→ passende technische Steuerung
→ regelmäßige Wartung

Das biologische Reinigungsverfahren ist der zentrale Unterschied zu einfachen Sammelgruben oder rein mechanischen Altanlagen.


Aus welchen Teilen besteht eine Kleinkläranlage?

Eine Kleinkläranlage besteht je nach System aus mehreren technischen und baulichen Komponenten.

Typische Bestandteile sind:

→ Klärbehälter
→ Vorklärung
→ biologische Reinigungsstufe
→ Nachklärung
→ Belüftung
→ Verdichter oder Gebläse
→ Steuerung oder Schaltschrank
→ Zu- und Ablaufleitungen
→ Probenahmestelle
→ Einleitstelle oder Versickerung

Bei Nachrüstsystemen kann vorhandene Behältertechnik weiter genutzt werden, sofern der Behälter dafür geeignet ist.


Welche Rolle spielt die Ablaufklasse?

Die Ablaufklasse beschreibt, welche Reinigungsleistung eine Kleinkläranlage erfüllen muss.

Häufig geht es um:

→ Ablaufklasse C für Kohlenstoffabbau
→ Ablaufklasse D für weitergehende Anforderungen
→ zusätzliche Anforderungen bei besonderen Gewässern oder Schutzgebieten

Welche Ablaufklasse erforderlich ist, entscheidet nicht allein der Betreiber oder Hersteller. Maßgeblich sind Standort, Einleitstelle und die Vorgaben der zuständigen Behörde.


Was unterscheidet eine Kleinkläranlage von einer Sammelgrube?

Eine Sammelgrube sammelt Abwasser lediglich und muss regelmäßig vollständig entleert werden.

Eine Kleinkläranlage dagegen reinigt das Abwasser biologisch und leitet das gereinigte Wasser anschließend kontrolliert ab.

Der Unterschied liegt also vor allem in der Funktion:

→ Sammelgrube: Abwasser sammeln
→ Kleinkläranlage: Abwasser reinigen
→ Kleinkläranlage mit Einleitung: gereinigtes Wasser ableiten

Welche Lösung zulässig ist, hängt vom Grundstück, der Nutzung und den behördlichen Vorgaben ab.


Wer ist für Betrieb und Wartung verantwortlich?

Der Betreiber ist dafür verantwortlich, dass die Kleinkläranlage ordnungsgemäß betrieben wird.

Dazu gehören:

→ regelmäßige Wartung
→ Eigenkontrollen
→ Betriebsbuch
→ Störungsmeldungen beachten
→ keine ungeeigneten Stoffe einleiten
→ Wartungsprotokolle aufbewahren
→ Entschlammung bei Bedarf veranlassen
→ Vorgaben aus Erlaubnis und Satzung einhalten

Die fachliche Wartung sollte durch eine geeignete Wartungsfirma erfolgen.


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Fazit

Eine Kleinkläranlage ist eine dezentrale Anlage zur Reinigung von häuslichem oder haushaltsähnlichem Abwasser.

Sie wird eingesetzt, wenn kein Anschluss an die öffentliche Kanalisation vorhanden ist. Die Anlage reinigt das Abwasser mechanisch und biologisch, bevor es je nach Genehmigung in ein Gewässer oder über eine Versickerung abgeleitet wird.

Für Planung, Betrieb und Wartung sind die technischen Unterlagen sowie die Vorgaben der zuständigen Behörde verbindlich.